24 April, 2008

Wie geht ein Geburtsvorbereitungskurs?

Zunächst haben wir uns wie in der Einladung beschrieben bequeme Sachen angezogen und uns etwa fünf Minuten zu spät auf den Weg gemacht. Aber wie bequem ist "bequem"? Mit einer Jogging-hose an und schlabberpulli oder doch besser Bequeme Jeans und schickes T-shirt? Wir haben die Mitte für uns ausgesucht und Weite Hosen mit T-shirts getragen - genau richtig, wie wir an den anderen Besuchern später feststellen konnten.
Ab zur Hebamme. Auf dem Parkplatz zwei Minuten zu spät, blitzt uns auch schon eine große Handtasche eines vermeintlichen Fashion-Victims an, das mit vier weiteren verdächtigen Personen die Hebammenwohnung betreten will. " Oh nein!" denke ich noch. " nicht eine eingeschworene Schicki-Micki Truppe im Kurs!" ...
Hand in Hand betreten wir den Raum. In einem Seitenblick enttarnen ich die Handtasche als Sporttasche mit Aufdruck und weiss, dass die " Anderen" auch nicht alle so genau wussten, wie sehr bequem man sich anzieht. Am grossen Tisch sitzen 7 werdende Mamis, teils mit Werdenden Papis zusammen und wir machen ein zehn Minuten darauf ein Vorstellungs-Interview mit der netten Carmen, die ganz bei uns in der nähe wohnt. Welche Schwangerschaftswoche? Bist du Erstgebärende? Wie war die Hebamme? - Wir finden schon bald alle ganz Ok, und kaum versnobbt, und liegen auf weichen Schaumstoffmatten auf dem Boden. Jemand bekommt in der Hündchen-Stellung einen Lach-kick, aber ich finde alles irgendwie total normal, und freue mich ein bisschen mit meiner Schwangeren Käthe ein paar "Turnübungen" machen zu können. Es ist wirklich ein nettes Ambiente, und wir fühlen uns wohl, trotz grotesk anmutender Szenen der Körpererfahrung. Herrlich wie Menschlich das Kinder-kriegen doch ist, alles so körperlich und emotional. Sowas hat echt noch gefehlt in meinem Leben. Ein Kind zum knuddeln und liebhaben.
Glücklich und ein bisschen stolz "dabei" sein zu dürfen fahre ich uns nach Hause. Ich freu mich schon aufs nächste mal.

01 April, 2008

Unvorstellbar

Es gibt Dinge bei einer Schwangerschaft, die kann Mann sich einfach nicht vorstellen. Fang ich mal so an. Also wenn mann Erbsen isst oder viel Kohl und wohlmöglich ein Weissbier danach trinkt, dann brummt einem Mann der Bauch und es rumort und gluckert. Man spürt direkt wie Literweise Gas von links nach rechts wandert und wenn es manchmal quer hängt. Eine Flatulenz folgt der anderen und das Gedärm wird ordentlich durchgewalkt. Alles Dinge, die Mann nicht direkt steuern kann. Aber was ist, wenn von drinnen etwas Klopft, was einen eigenen Kopf hat. Was aufwacht, wenn Mozarts Wiegenlied auf der Spieluhr klirrt. Wie ist es, wenn etwas in dir lebt, hab ich mich oft gefragt. Wie fühlt sich ein kleiner Poltergeist an, der einen eigenen Willen hat. Mal ganz abgesehen, dass ein Pups was anderes ist als ein Fußtritt. Das kann ich nicht verstehen.
Wenn ich abends heim komm und kaputt bin von der Arbeit dann bin ich schnell mal genervt, oder brauch jemanden zum reden. Nach einer Tafel Schokolade bin ich aufgedreht und will mich bewegen, rede viel und bin aufmerksam. Aber wie ist es, wenn man seinen ganzen Geschmack ändert und plötzlich Süsses mag, dass man vorher nicht aß? Ist man von sich selbst verwirr wenn man einen Nestbau-trieb hat, und wie empfindet man andauernde Müdigkeit?
Ich werde Vater, aber es ist längst nicht so eine dolle Veränderung wie Mutter zu werden. Darum bewundere ich Käthe oft, bestaune Ihren größer werdenden Bauch genauso wie Ihre veränderten Gewohnheiten (innerer Wiederspruch?) . Schade, dass ich nicht auch mal einen Fusstritt von innen heraus spüren kann, aber das ist wohl das Glück der werdenden Mütter, und eines Tages, ja eines Tages lege ich die Hand auf Ihren Bauch und Janne wird mich von innen heraus grüßen. Auf den Tag freu ich mich schon.
Das Leben mit Käthe ist ziemlich entspannt. Das habe ich mir anders vorgestellt, mit Schwangerschaftsdepressionen, Heisshungerattacken und anderen unannehmlichkeiten. Aber das wäre auch kein Problem, denke ich. Zum einen weil ich mit dem Laufen (wieder) angefangen habe und mich dadurch ziemlich gelassen fühle. Zum anderen weil wir auf eine Sehr solide Beziehung aufbauen, die Sturmerprobt und ein Bollwerk der Liebe ist.
So, bis die Tage, Rene

18 März, 2008

Schöne Schwangere

Es ist viel Zeit vergangen seit meinem Letzten Eintrag. Zeit in dem unser Baby gewachsen ist. Von den wenigen Zentimetern am Anfang bis zu den über Zwanzig Zentimetern bis jetzt. Mittlerweile sind die Klopfzeichen von innen auch nicht mehr zu überhören, und Käthe lächelt oft so schön aus heiterem Himmel. Der heitere Himmel macht sich dann in ihrem Bauch bemerkbar und stemmt Füsse, Arme oder Kopf gegen die Fluchthölen-wände. Ich halte nicht viel von dem Wort Gebärmutter, denn eine Mutter ist eine Person und kein Organ. Also bleibe ich bei der Fluchthöhle, die Käthes Bauch langsam zu einer Kugel werden lässt. Sie scheint sehr stolz darauf zu sein, denn wir schauen uns kürzlich fremde Baby-bäuche im Web an, und haben unseren Bauch mit den fremden verglichen. Andererseits ist die Schwangerschaft aber auch etwas, was einem die Schönheit nimmt, so fühlt Käthe. Oft sehe ich Ihren Augen an, wie unwohl ihr dabei ist den großen Bauch unter vielen Schichten stoff verstecken zu müssen, wie sie Angst vor Schwangerschaftsstreifen hat, oder "Nichts" zum Anziehen findet. Dann tut sie mir leid, weil sie nicht weiss, das Schwangere auf andere besonders Sympatisch und liebenswert wirken. Überall erkundigen sich bekannte nach Status und Genus oder lächeln, wenn sie uns sehen. Ich selbst habe mir neulich ein Stück dieser Beliebtheit geklaut, als ich an der Supermarktkasse erzählte, die Torte sei für meine heisshunrige Frau. Da habe ich sie fast für den Halben Preis bekommen, und die ganze Kassenschlange hat mich angeschmunzelt. So fühlt man sich gleich viel "Besser-schwanger", hab ich gedacht. Zuhause werde ich also nicht müde Käthe davon zu überzeugen, dass dicke Baby-bäuche schön, Schwangerschaftshosen sexy und gefühlte "Euter" eigentlich Busen heißen.
Die Zeit rast dahin. Kaum kann man das Kinderzimmer einräumen und streichen, kaum hat man Zeit den Garten zu machen, kaum findet man Platz für Urlaub. Zum Glück aber finden wir oft Momente auf dem Sofa wo ich mal die Hand an den Bauch halte und kleine Füsse spüre, oder meine liebe Frau im Arm halte und sagen kann: Mach die keine Sorgen Käthe. Wir werden bestimmt super Eltern für unser Kind.

15 Februar, 2008

Zumpelei!

Wenn der Abend kommt, dann steht er immer noch da unser neuer (geiler) Quinny! Wir haben uns den Quinny Speedy gekauft, ein Spitzenprodukt, für ein Spitzenbaby!
Es nimmt immer weiter formen an. Ursprünglich nur ein paar Worte, "Ich bn Schwanger" werden immer mehr zu Kinderzimmer, Kinderwagen, Lebensversicherung und Zukunftsplanung. Wir bekommen ein Baby, und vom Drüber-Reden wächst nicht nur Käthes Bauch, sondern auch die Babywäscheberge und die Details für ein Kinderreich in unserer Wohnung. An allen Ecken un kannten zu allen Momenten wird es mir klar - Wir werden Eltern. Ich glaub, ich habs begriffen, und freue mich wie ein Kaiser.
Meine Zukunft findet nicht in der Wohnung statt, denn Käthe wird zuhause bleiben und auf unseren Nachwuchs acht geben. Ich werde ein bisschen Geld verdienen und wir können davon leben. Das ist doch die klassische Rollenverteilung und ich komm auch gut damit zurecht. Bin ja keiner dieser Revolutzer-Papas, wenngleich aber ein braquchbarer Hausmann, wie mnir meine Frau attestierte. Wir werden das Kind schon schaukeln, und so sehe ich das auch. WIR werden das Kind schon schaukeln. Jeder nach seinem Können wird das bestmöglichste tun für unsere kleine Familie. Wir werden schon zurecht kommen mit der neuen Lebenssituation, dass einer von uns zweien zuhaus bleibt und der andere fort ist. Wir haben schon ganz andere Umstellungen erlebt. Und von denen war auch jede eine Verbesserung. Ich bin mir sicher dass es keine bessere geben kann als die, die uns bevorsteht. In vielen Büchern finde ich auch warnenden Hinweise, dass diese Umstellung vom Berufsleben auf Hausfrau, und von Partner zu Papa eine ganz schwierige wird. Es leidet die Beziehung darunter und ich nehme die Warungen auch ernst. Ich male mir aus, was passieren kann, wie ich mit Schwangerschaftsdepressionen und postnatalem Trübsinn umgehen will und andere Dinge. Ich bin mir sicher, dass unsere Beziehung beständiger ist, als jedes graue Szenario der Schwangerschaftsücher....
Wenn ich kleine Kinder seh, denk ich an unser Kind in Käthes Bauch. Ich freu mich auf ein Lachen und freu mih auch auf ein Weinen. Ich freue mich Papa zu werden. So viel schönes steht uns noch bevor, wahres echtes Glück, was das Herz berührt. Ich bin froh, dass wir endlich Eltern werden. Es kann nichts besseres geben.

27 Januar, 2008

Erweiterter Horizont


In der Zwischenzeit habe ich meinen Horizont erweitert.Auch in Hinsicht auf Kinderwagen. Man stelle sich vor, dass es Gefährte gibt, die teurer sind als das erste eigene KFZ und bei denen man trotzdem denkt "Ok, der ist zwar teuer, aber dafür aber auch gut." Preise werden relativ, und es ist mir jetzt mit etwas Abstand betrachtet fast schon ein wenig Peinlich mich für eines dieser eher teureren Modelle entschieden zu habe. Wenn ich schreibe "ICH" dann stimmt das nicht ganz, denn WIR wollen möglichst alle Entscheidungen gemeinsam fällen. Die Vorbereitungen auf unser neues Familienmitglied sind ein gutes Training für eine gemeinsame Zeit der Erziehung, und was uns fast als noch größeres Wagnis erscheint, als gemeinsame Zeit der Hauswirtschaft. Wie wird es sein, mit einem Einkommen zurecht zu kommen, wie ist es mit einer Hausfrau und einem arbeitendem Elternteil? Wir haben weniger Angst finanzielle den Bach runter zu gehen als vielmehr vor der Ungewissheit vor dem Neuen. Denn so haben wir noch nie gelebt. Wir haben ja noch nichteimal ein gemeinsames Konto. Ich für meinen Teil hoffe meiner Rolle als Familienvater gerecht zi werden und dann auf den Tisch zu hauen, wenn es Zeit dafür ist, und solange der Liebe Mann und Papa zu sein, wie es geht.
In sachen BOY/GIRL haben wir nicht nur Orakel befragt, Fremdeinschätzungen zusammengefasst und in uns gehorcht, sondern auch mit unseren Hochzeitsringen "gependelt". Alle diese verlässlichen Prognosemethoden sagen uns : Es wird ein Mädchen!
Ich bewerte das jetzt nicht, denn mein Wunsch war es immer ein Kind zu haben, keinen Knaben und kein Madel. ich bin gespannt auf das nächste Ultraschall, an dem sich herausstellen könnte was es ist. Dann erst stelle ich mich wirklich auf eins ein.

Ich merke, immer verantwortungsvoller werde. Ich reduziere das Tempo auf Autofahrten ( auch wenn die Polizei mir kürzlich 20 EUR abnehmen durfte) und plane meine und Unsere Zukunft mit Kind ein. Das ist aber gar keine Belastung, sondern erfüllt mich eher mit Stolz und freudiger Erwartung. Ich wäge ab, ob ich etwas nur für mich machen will, oder nur für die Familie, und stelle bald fest; NUR gibt es gar nicht. Alles verschwimmt irgendwie und Kinderzimmer bauen macht eben MIR Spass, ist aber für die Familie auch gut. Toll! Es läuft genau richtig.
Das leben fühlt sich gerade an wie eine Landstraße, die man in der Morgendämmerung mit guter Musik im Radio befährt und langsam geht die Sonne am Horizont auf. Es macht mir echt Spaß. Danke Käthe, für unser Glück!

07 Januar, 2008

Ich kann dich nicht sehen

Ich kann dich nicht sehen. Du bist ja im Bauch Deiner Mutter. Du
wohnst unter Ihrem Herzen. Du wackelst mit den Armen, ruderst wenn wir
mit dem Ultraschall nach dir sehen. Dein Herz schlägt schnell, deine
Fähigkeiten wachsen so rasant, wie du selbst wächst. bald kannst du
uns hören, und wirst beginnen zu merken dass alles Gut um dich herum
ist. Ich kann dich nicht sehen, aber ich stelle mir vor, wie es dir
geht. Mache mir Gedanken wie es für dich ist, wenn wir schwimmen
gehen, und sich deine Kleine Welt dreht. ich stelle mir vor wie du von
leckerem Essen etwas mit-bekommst, oder wie du es findest, wenn Mama
lacht. Ich finde dich so niedlich und lausche manchmal am Bauch, ob
ich nicht schon was von dir höre. ich stell mir vor, wie du mit dem
ganzen glucksen und Blubbern zurecht kommst. Ich frage mich ob du
hopst, wenn sie lacht, frage mich ob es eng für dich ist, oder
gemütlich. Ich kann dich nicht sehen, aber wir geben dir namen, bauen
dir ein Zimmer, kaufen dir winzige Klamotten und träumen alle schönen
momente von dir. Ich kann dich nicht sehen, stelle mir aber vor, deine
kleine Furt zu wickeln, und lerne es vom Schwager. Ich kann dich nicht
sehen, liebe dich aber trotzdem schon mal.
dein Papa

27 Dezember, 2007

Boy / Girl

Was wird es nun werden?
Und wollen wir das überhaupt wissen? Na, da rede ich nochmal mit der Mama drüber, denn es ist nicht so einfach. Klar- kann man sich da gut überraschen lassen, aber was, wenn die Schwägerin 100 Kleidchen in rosa schenkt? Oder der Bruder nur blaue Sachen?
Auf jeden fall würde da das Neugeborene einen Schaden fürs Leben bekommen, weil es nicht geschlechtsspezifisch aufgezogen wird. Mitlerweile gibts in der Spielzeugabteilung ja reine Jungen und Mädchen-Gänge und wenn man sich da nicht dran hält - Himmel was da alles passieren kann. Der Schniepel wird von Rosa krumm und verkümmert, oder in der Pupertät bildet sich beim Mädchen kein Busen sondern ein Backenbart. -Nein, ich glaube ich muss es vorher wissen.

Ausserdem steht ja auch noch die kleine Um-Renovierung des Jugendzimmers ins Babyzimmer an. Die Wandfarbe wird wohl wechseln vom aktuellen Milka-Lila in ein Weiss mit Kinderboarde (geschlechtsspezifisch neutral) oder andere farben. Dadurch ist eine Verkümmerung der Geschlechtsmerkmale ausgeschlossen.
Meine Frau meint, - nein sie ist sich ganz sicher - es wird unser Junge.
Ich meine - und ich weiss es gar nicht - es wird unser Kind.
Ich würde mich über sas Eine wie über das Andere gleichermassen freuen, denn beides ist zu Beginn total niedlich, und hat später dann in der Pupertät beides gleich viele Macken. (ich muss das wissen wegen meinen Neffen und Nichten)
Ob ich jetzt mit einem Bengel besser rumbalgen kann und bei einem Mädel ein verständnissvollerer Vater wäre könnte ich nicht sagen. Ich freu mich auf "egal was da kommt".
In meinem Kopf schweben die ganze Zeit Gedanken daran herum, wie es ist, Papa zu sein. Kinderzimmermöbel, Tagesablauf und Windelgestank. Das alles kommt auf mich zu, und ich bin gespannt darauf wie alles sein wird. Mittlerweile habe ich auch keine Angst mehr, sondern bin total zuversichtlich mit Käthe die besten Eltern der Welt abzugeben. Wir haben ja lauter gute Beispiele um uns rum, und sehen, wei andere Kinder groß werde. Mit Käthe und mir als Eltern hat man als Kind bestimmt keine Langeweile, weil wir so unterschiedlich sind. Das macht unsere Beziehung auch aus. Wir haben uns lieb, so wie wir sind und wie wir waren und auch so wie wir sein werden. Das hat uns Toleranz gelehrt, die wir bei der Erziehung auch walten lassen wollen. Toleranz aus Liebe, ohne von sich selbst etwas abzuknapsen aber seinen eigenen Horizont erweitern. Ich ertraue in dieses System und freue mich auf Eltern-werden mit Käthe.

Manchmal kommt mir eine Träne aus den weit aufgerissenen Augen, die richtung zukunft sehen, Es sind aber Freudentränen, die kommen, weil ich überfüllt bin mit dem Staunen über das Wunder, das unter Ihrem Herzen Ramba-Zamba auf dem Ultraschall für mich macht. Dann bin ich so neugierig, wie das Kind sein wird, das wir mit Liebe aufziehen. Hoffentlich hat es nur die guten Gene von Käthe bekommen und dafür meine schlechten Eigenschaften weggelassen.

Nächstes Jahr Heiligabend wird alles anders. Dann feiern wir zu Hause mit unsrem eigenen kleine Baby!